Archiv für Juni 2008

Deutschland hat verloren

Leipziger Stadtansichten #2

Was sind das bloß für Menschen?

Steht ein/e Fotograf_In neben ihnen, während sie in aller Öffentlichkeit Autofahnen abknicken, wollen sie ihr/ihm die Kamera einschlagen und am liebsten noch das Gesicht dazu.

Stehen sie im Bullenkessel, nachdem sie Autofahnen abgeknickt haben, wünschen sie sich so viele Fotograf_Innen wie möglich herbei.

BRD vs. DDR 0-1

Vorgestern bin ich im Hallenser Kurt-Wabbel-Stadion gewesen, um mir die Neuauflage des WM-Klassikers von 1974 anzusehen. Die DDR existiert seit gut 18 Jahren nicht mehr? In Halle wurde sie für 2× 45 Minuten wieder zum Leben erweckt. Der Schweizer Performer Massimo Furlan hat es möglich gemacht. Er spielte das legendäre Match zwischen den beiden deutschen Staaten nach – alleine. Es ist 18.30 Uhr Hallenser Zeit. Die Haupttribüne ist gut gefüllt, die Mannschaften, pardon Massimo Furlan in der Rolle des späteren Torschützen Jürgen Sparwasser, betreten gefolgt von der Blaskapelle das Spielfeld. Die Zuschauer stehen größtenteils aus, die Kapelle schmättert beide Nationalhymnen in Richtung Haupttribüne. Einige Zuschauer haben Nationalfahnen mitgebracht, die sie jetzt gen Himmel schwenken. Einige wenige besonders nationabewusste Zuschauer singen sogar die Hymnen mit.
Dann beginnt das Spiel. Furlan ist Sparwasser. Minutiös kopiert er das Spiel des einstigen DDR-Nationalhelden. Das Publikum wird um auf den Tag genau 34 Jahre zurück versetzt. Wie mag das wohl gewesen sein, damals im weiten Rund einer hässlichen Hamburger Betonschüssel? Zumindest in ästhetischer Hinsicht steht das Kurt-Wabbel-Stadion seinem historischen „Vorbild“ in nichts nach. Schade nur, dass nicht alle Ränge besetzt gewesen sind. Dann wäre möglicherweise authentische Stadionatmosphäre aufgekommen. So sitzt das Publikum auf der Haupttribüne, und lauscht wahlweise dem zeitgenössischen Radiokommentaren der ost- oder der westdeutschen Rundfunkanstalten, während Furlan auf dem Rasen einsam seine Runden dreht. In der 78. Minute ist der Moment gekommen, auf den das Publikum sehnsüchtig gewartet hat. Sparwasser aka Furlan schießt sein Tor, das Publikum jubelt und die ersten Zuschauer verlassen das Stadion. Am Ende gibt es Standing-Ovations für eine Performance, die man in dieser Form kein zweites Mal zu sehen bekommen wird.

Ohne Titel

Auf diesem Blog, das sich dem Titel nach auf den Autor von diesem Blog bezieht, habe ich Folgendes gefunden:

Selbstverständlich – liebe Leser und Leserinnen war meine Aussage, ich würde den Autor von Scharfer Blick achten und sehr schätzen nicht mein Ernst, er ist ein Wirrkopf, der zu Gewallt gegen Genossen aufruft – gegen so genannte “Anti-Deutsche” – das nimmt diesem Herren schon von Vornherein sämtliche Glaubwürdigkeit!
Doch was wollen “wir” “Anti-Deutsche” eigentlich?!
Wir fordern die bedingungslose Anerkennung des Staates Israel!
Man wirft uns vor, wir würden die Politik dieses Staates kritiklos akzeptieren, dem ist aber nicht so…
Wir fordern ein Bewusstsein für Recht und Unrecht!
Einen Konzern zu Boykottieren, der seine Arbeiter ausbeutet, Böden vergiftet und ganze Volksstämme auf Kontinenten vernichten ist verkürzte Kritik an den Herrschenden “Kapitalmissständen”.
Wir werden es nicht einsehen zwischen “gutem” und “bösem” Kapital zu Unterscheiden.
Anti-Imperialisten sind sich nicht dessen bewusst, dass die Menschheit den Imperialismus schon lange überwunden hat.
Wir wollen nicht, dass eine Nation, die Kriege zum Wohle der Menschen führt für ihre guten Taten kritisiert wird!
Also Anti-Imperialisten – passt auf und denkt nach!

Offenbar versucht hier der Autor des erstgenannten Blogs den des Letztgenannten zu diffamieren – ohne Erfolg. Denn jeder fach- und szenekundige Leser erkennt auf dem ersten Blick, dass der zitierte Text keinesfalls von einem Anti-Deutschen verfasst worden ist. Der Text sieht verdammt gefaked aus, und die Verfasser_Innen haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Thema, um welches es hier gehen soll, gründlich zu recherchieren. Anstatt Ergebnisse eigener Nachforschungen präsentieren sie uns die üblichen Vorurteile und Ressentiments – unnötigerweise gespickt mit allerhand Rechtschreibfehlern. So disqualifiziert man sich selbst – das offenkundige Anliegen der Autor_Innen dieses Blödsinns, Anti-Deutsche in Misskredit zu bringen, verfehlt der Text auf ganzer Linie.

Ich persönlich hätte selbst gegen Bezahlung keinen derart schlechten, fehlberbelasteten Text verfasst, aber anscheinend finden sich südlich von Lübeck (denn dort scheint das letztegenannte Blog seiner Linkliste nach herzukommen) in den dortigen israel-/judenfeindlichen Polit-Gruppen immer ein paar Menschen, die sich für nichts zu schade sind.

Stadtpokalsieger!

Die haben Probleme…

Beim Surfen auf den Internetseiten des „Supporters Club“ eines Hamburger Bundesligisten bin ich auf Folgendes gestoßen:

Lotto King Karl, Pape und Marek Erhardt sind seit Jahren fester Bestandteil der Stadionshow vor, während und nach Heimspielen unseres HSV, das Absingen von „Hamburg meine Perle“ unmittelbar vor Spielbeginn geniesst in der Mitgliedschaft und bei den Anhängern des HSV Kultstatus. Gerade diese Auftritte geniessen auch bei bei den anderen Bundesligisten allerhochstes Ansehen, etwas, worum der HSV beneidet wird.

Der Supporters Club hofft, dass die Verantwortlichen Wege finden werden, damit auch in der kommenden Saison Lotto, Pape und Marek die Mitglieder und Anhänger des HSV mit Ihren Auftritten zu unseren Heimspielen begeistern können.

Tja, so füllt man in Stellingen das Sommerloch. Neuer Medienpartner, neue Stadionshow – so läuft das nun einmal. Scheinbar wollen sich weite Teile der Fanszene nicht damit abfinden, und auch der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann spielt mit. In einem Interview sagt er, „Wir legen großen Wert auf personelle Kontinuität und somit darauf, dass auch in der kommenden Saison „Hamburg meine Perle“ ein Kernbestandteil unserer Stadionshow sein wird.“ Alles deutet also auf eine Lösung im Sinne der Mehrheit der HSV-Konsument_Innen hin. Schade, ist doch das Gesinge von HSV-Edelfan Lotto King Karl und seinem Gitarristen Carsten Pape nicht nur für die Gästefans eine Zumutung. Die Showeinlage mit Hebebühne und Live-Musik mag vor vier Jahren noch etwas Beneidenswertes gewesen sein, aber mittlerweile ist diese Showeinlage wohl mit das Kitschigste, was die Stadionshows der 18 Bundesligisten zu bieten haben. Bleibt zu hoffen, dass sich doch noch alles zum Guten wendet, und wir uns bei unserem nächsten Gastspiel in Stellingen „Hamburg, Meine Perle“ wenn überhaupt, dann vom Tonband anhören dürfen.

Keno stinkt!


Weil ich finanziell gegenwärtig ziemlich schlecht gestellt bin, wollte ich neulich mein Glück beim Lotto versuchen. Das ist komplizierter, als man sich das vorstellt. Wer binnen kurzer Zeit aus wenig Geld viel Geld machen will, hat die Qual der Wahl: SKL, NKL, 6 aus 49, Super 6, Spiel 77, Aktion-Mensch-Lotterie, Oddset… Meine Wahl fiel spontan auf „Keno“. Klingt exotisch, die Gewinnchancen sind besser als bei 6 aus 49, und Mensch ist ja offen für Neues. Und damit begannen die Probleme: Wie ein Spiel spielen, was Mensch nicht versteht?

Ich werde kurz versuchen, das komplizierte Regelwelrk zu erläutern: Keno stammt ursprünglich aus China. Aus 70 Zahlen werden bei einer Ziehung 20 gezogen. Als Spieler tippt man vorab wahlweise auf 2 bis 10 Zahlen und setzt 1, 2, 5 oder 10 Euro. Auf den Einsatz entfällt nach festen Quoten ein Maximalgewinn von einer Million Euro (bei 10 Euro Einsatz und 10 Richtigen). Die Wahrscheinlichkeit, den Höchstgewinn zu erzielen, sind dabei (angeblich) höher als beim herkömmlichen Lotto. Ich habe also 3 Tipps auf je 10 Zahlen zu je 5 Euro abgegeben, insgesamt also 15 Euro eingesetzt. Gewonnen habe ich nichts. Wenn man bedenkt, dass die Zahlen mittles Computer gezogen werden, und Computer bekantlich manipulierbar sind, ist es auch kein Wunder, dass man dort nichts gewinnt. Gewinnen tun bei so etwas viele, nur sind es komischerweise immer die Anderen. Man selbst ist hinterher merkwürdigerweise immer sein Geld los. Ich spiele jedenfalls künftig nur noch 6 aus 49. Da werden die Zahlen wenigstens noch mechanisch gezogen und man weiß schon vorher, dass man nichts gewinnt…

Weiter geht’s

Nach einer längeren soft- und hardware-bedingten Zwangspause (i hate my festplatte) wird wieder gebloggt.