Zu Gast beim Gast

DFB-Pokal, 2. Runde, Pauli ist in der ersten rausgeflogen, und der Verein, der seine Heimspiele in Sichtweite einer großen Müllentsorgungsanlage austrägt, spielt gegen den Vfl Bochum. Grund genug, vor lauter Langeweile den Gästeblock des Kommerz-Tempels HaHaHa-Nordbank-Arena (der Namensgeber ist momentan von der Finanzkrise arg gebeutelt, obendrein hat heute ein Thor-Steinar-Shop in seiner ihrer Immobilien eröffnet) zu besichtigen.

Ich fasse mich kurz: der Block war nicht einmal halb voll, die Ordner haben sich ihrer Lebensaufgabe wir-halten-heute-den-Aufgang-frei-obwohl- es-totaler-Schwachsinn-ist gewidmet, ein Fan durfte den Block bereits vor Anpfiff verlassen, während Halbzeit 2 versuchte sich ein Hamburger vo Kuchenblock Westtribüne aus mit einem Bochumer anzulegen (es flog sogar ein Bierbecher!), der Vfl spielte erschreckend gruselig schwach und verlor mit 0:2 (beide Treffer vom Ex-Dortmunder Petric).

Semesterferien sind beinahe vorbei…

…und deshalb geht es hier wieder weiter!

Hamburg Ultras reloaded

Beim Surfen durch das Mitglieder-Forum des HSV-Suppurters Club bin ich einen Thread gestoßen, in dem der User „Sir Grobi“ mit leuchtenden virtuellen Augen unter dem Eindruck eines Youtube-Videos fragt, ob nicht wer Interesse hätte, die so genannten „Hamburg Ultras“ wieder ins Leben zu rufen. Was er offenbar nicht weiß: Die „Hamburg Ultras“ waren eine üble Schlägertruppe, die während der Fußball-Weltmeisterschaft den französischen Polizisten Daniel Nivel fast tot geprügelt haben (siehe dieses Spiegel-Interview).

ich hab mir gerade ein video über den legendären club Hamburg ultras auf youtube angesehen: 8
Da stellen sich mir ein paar fragen:
warum gibt es die hamburg ultras nicht mehr?
kann man den fanclub nicht wieder aufleben lassen?
kann man zurück in englische zeiten der ultras szene?
aber die wichtigste von allen ist:
Gibt es Leute die genau so daran interessiert sind die Hamburg Ultras wieder aufleben zu lassen?
Mit schwarz weiß blauen Grüßen
Sir Grobi

Die Reaktionen auf seine Anfrage fallen zum Glück sehr verhaltend aus. „DiskoStu1″ schreibt:

Der Mensch neigt ja dazu nostalgisch zu werden, aber es gab wohl nie etwas was den HSV mehr in Verruf gebracht hat als die Hamburg Ultras, außer natürlich vielleicht in der Hooliganszene selbst, wo die vielleicht was tolles waren.
Früher hieß es bei uns in der Nachbarschaft immer wieder: Mit meinem Sohn in den Volkspark? Nee, ganz bestimmt nicht bei den Leute, die sich da rumtreiben.

Damit ist im Prinzip auch alles gesagt. Erwähnenswert wäre noch, dass in England beinahe keine Ultra‘-Gruppierungen existieren und dass die Hamburger Vereinsfarben laut Satzung blau-weiß-schwarz sind.

Scharfer Blick – Ein Best Of (Teil 1)

Seit gut einem halben Jahr kursiert das nicht lesenswerte Blog „Scharfer Blick“ durch die ewigen Weiten des WWW. Ich habe mir erlaubt, einige Höhepunkte der geistigen Ergüsse seiner/s Verfasser_In zusammen zu stellen, welche ich unkommentiert als kleine Serie veröffentlichen möchte. Im ersten Teil dreht sich alles um Erziehung, die deutsche Linke und Tierrecht.

[Man] beginnt … den Schülern einzutrichtern, der Lehrer habe immer recht, genauso wie natürlich das Fernsehen immer recht hat, was zur Folge hat das Aussagen dieser ,,Respektspersonen” respektive Autoritäten von jeder Hinterfragung oder gar Widerspruch frei sind, und wenn jemand tatsächlich mal es wagen sollte in politischen Dingen anderer Meinung zu sein als die Autorität, dann ist es für eben diese ein Leichtes ihn als naiven Jüngling zu diffamieren, denn die Schafherde ist seinem Hirten ja treu ergeben und bejaht seine fröhlich sinnfreien , verbalen Ergüsse gegen den einsamen Widerständler.

Jedes Kind ist eine Schlacht. Dieser Satz ist einer der Grundsätze der etablierten Pädagogik. Er ist sozusagen das Fundament der autoritären und ideologisierenden bzw. moralisierenden Erziehung die der Entfaltung des Menschens zur Freiheit widerspricht und seine Entfremdung zum Ziele hat. Es soll aus einem Kind ein Instrument geformt werden, ein funktionierender Apparat, man will ihm die Menschlichkeit ausstreiben, ihn besser ausbeuten zu können. Er soll die herrschende Moral übernehmen, die herschende Ideologie aufsaugen , um in der geistigen Verstümmelung zu sein, die notwenig ist ,die herrsschenden Verhältnisse hinzunehmen.

In der Deutschen Linken ersticken proletarische Ineressen in einem kleinbürgerlich verkrampftem Dunst aus Germanophobie oder Anarchismus und veganem Radikalismus. (…) Antisemitismus wird zum absoluten Totschlagargument gegen jedwede Kapitalismuskritik repektive Imperialismuskritik mit wissenschaftlichem Anspruch. Dies wird ermöglicht, indem man Kritik am Kapital mit der Hetze gegen Juden gleichsetzt, um so einen Schwachsinn überhaupt erst ermöglichen zu können , muss man behaupten das Kapital diene dem Judentum oder das Judentum sei das Kapital

Auch der vegane Radikalismus der Ausdruck in der infantilen Tierrechtsbewegung findet, ist wider den proletarischen Interessen. Ganz abgesehen davon, dass ich das Kotzen kriege, wenn Leute statt zu einem Naziaufmarsch lieber zu ner verschissenen Tierrechtsdemo gehen, steht doch stets und immer der Wille des Proletariats über dem Wohlergehen seiner Mahlzeiten. So ist zwar von der radikalen Züchtungsweise der aktuellen Produktionsweise abzusehen, aber der Bedarf des Proletariats an Fleisch und Essen möge doch bitte immer über dem persönlichen Wohlbefinden von Rindern, die in letzter Konsequenz auch nur Steaks sind, stehen!!

Deutschland hat verloren

Leipziger Stadtansichten #2

Was sind das bloß für Menschen?

Steht ein/e Fotograf_In neben ihnen, während sie in aller Öffentlichkeit Autofahnen abknicken, wollen sie ihr/ihm die Kamera einschlagen und am liebsten noch das Gesicht dazu.

Stehen sie im Bullenkessel, nachdem sie Autofahnen abgeknickt haben, wünschen sie sich so viele Fotograf_Innen wie möglich herbei.

BRD vs. DDR 0-1

Vorgestern bin ich im Hallenser Kurt-Wabbel-Stadion gewesen, um mir die Neuauflage des WM-Klassikers von 1974 anzusehen. Die DDR existiert seit gut 18 Jahren nicht mehr? In Halle wurde sie für 2× 45 Minuten wieder zum Leben erweckt. Der Schweizer Performer Massimo Furlan hat es möglich gemacht. Er spielte das legendäre Match zwischen den beiden deutschen Staaten nach – alleine. Es ist 18.30 Uhr Hallenser Zeit. Die Haupttribüne ist gut gefüllt, die Mannschaften, pardon Massimo Furlan in der Rolle des späteren Torschützen Jürgen Sparwasser, betreten gefolgt von der Blaskapelle das Spielfeld. Die Zuschauer stehen größtenteils aus, die Kapelle schmättert beide Nationalhymnen in Richtung Haupttribüne. Einige Zuschauer haben Nationalfahnen mitgebracht, die sie jetzt gen Himmel schwenken. Einige wenige besonders nationabewusste Zuschauer singen sogar die Hymnen mit.
Dann beginnt das Spiel. Furlan ist Sparwasser. Minutiös kopiert er das Spiel des einstigen DDR-Nationalhelden. Das Publikum wird um auf den Tag genau 34 Jahre zurück versetzt. Wie mag das wohl gewesen sein, damals im weiten Rund einer hässlichen Hamburger Betonschüssel? Zumindest in ästhetischer Hinsicht steht das Kurt-Wabbel-Stadion seinem historischen „Vorbild“ in nichts nach. Schade nur, dass nicht alle Ränge besetzt gewesen sind. Dann wäre möglicherweise authentische Stadionatmosphäre aufgekommen. So sitzt das Publikum auf der Haupttribüne, und lauscht wahlweise dem zeitgenössischen Radiokommentaren der ost- oder der westdeutschen Rundfunkanstalten, während Furlan auf dem Rasen einsam seine Runden dreht. In der 78. Minute ist der Moment gekommen, auf den das Publikum sehnsüchtig gewartet hat. Sparwasser aka Furlan schießt sein Tor, das Publikum jubelt und die ersten Zuschauer verlassen das Stadion. Am Ende gibt es Standing-Ovations für eine Performance, die man in dieser Form kein zweites Mal zu sehen bekommen wird.

Ohne Titel

Auf diesem Blog, das sich dem Titel nach auf den Autor von diesem Blog bezieht, habe ich Folgendes gefunden:

Selbstverständlich – liebe Leser und Leserinnen war meine Aussage, ich würde den Autor von Scharfer Blick achten und sehr schätzen nicht mein Ernst, er ist ein Wirrkopf, der zu Gewallt gegen Genossen aufruft – gegen so genannte “Anti-Deutsche” – das nimmt diesem Herren schon von Vornherein sämtliche Glaubwürdigkeit!
Doch was wollen “wir” “Anti-Deutsche” eigentlich?!
Wir fordern die bedingungslose Anerkennung des Staates Israel!
Man wirft uns vor, wir würden die Politik dieses Staates kritiklos akzeptieren, dem ist aber nicht so…
Wir fordern ein Bewusstsein für Recht und Unrecht!
Einen Konzern zu Boykottieren, der seine Arbeiter ausbeutet, Böden vergiftet und ganze Volksstämme auf Kontinenten vernichten ist verkürzte Kritik an den Herrschenden “Kapitalmissständen”.
Wir werden es nicht einsehen zwischen “gutem” und “bösem” Kapital zu Unterscheiden.
Anti-Imperialisten sind sich nicht dessen bewusst, dass die Menschheit den Imperialismus schon lange überwunden hat.
Wir wollen nicht, dass eine Nation, die Kriege zum Wohle der Menschen führt für ihre guten Taten kritisiert wird!
Also Anti-Imperialisten – passt auf und denkt nach!

Offenbar versucht hier der Autor des erstgenannten Blogs den des Letztgenannten zu diffamieren – ohne Erfolg. Denn jeder fach- und szenekundige Leser erkennt auf dem ersten Blick, dass der zitierte Text keinesfalls von einem Anti-Deutschen verfasst worden ist. Der Text sieht verdammt gefaked aus, und die Verfasser_Innen haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Thema, um welches es hier gehen soll, gründlich zu recherchieren. Anstatt Ergebnisse eigener Nachforschungen präsentieren sie uns die üblichen Vorurteile und Ressentiments – unnötigerweise gespickt mit allerhand Rechtschreibfehlern. So disqualifiziert man sich selbst – das offenkundige Anliegen der Autor_Innen dieses Blödsinns, Anti-Deutsche in Misskredit zu bringen, verfehlt der Text auf ganzer Linie.

Ich persönlich hätte selbst gegen Bezahlung keinen derart schlechten, fehlberbelasteten Text verfasst, aber anscheinend finden sich südlich von Lübeck (denn dort scheint das letztegenannte Blog seiner Linkliste nach herzukommen) in den dortigen israel-/judenfeindlichen Polit-Gruppen immer ein paar Menschen, die sich für nichts zu schade sind.

Stadtpokalsieger!